Sorten
Speisealgen im Porträt
Speisealgen sind essbare Meeresalgen: Rot-, Braun- und Grünalgen sowie einige Mikroalgen, die im Meer wachsen und seit Jahrhunderten Teil der Küche entlang vieler Küsten sind, von Ostasien bis zur Bretagne und Irland. Im Handel begegnen sie dir meist getrocknet, als ganze Blätter, Flocken oder Stücke. Speisealgen, Meeresalgen und Seetang meinen dabei dieselbe Warengruppe.

Sortenporträts







Die wichtigsten Sorten im Vergleich
| Sorte | Geschmack | Einweichen | Jod (mg/kg) | Für Einsteiger |
|---|---|---|---|---|
| Nori Rotalge · Pyropia | mild-röstig | kein Einweichen | 10 bis 400 | Ja |
| Wakame Braunalge · Undaria pinnatifida | mild, leicht meerig | 5 bis 10 Min | 50 bis 1.500 | Gut |
| Dulse Rotalge · Palmaria palmata | rauchig-nussig | 2 bis 5 Min oder trocken als Flakes | 50 bis 1.000 | Gut |
| Meeresspaghetti Braunalge · Himanthalia elongata | mild-nussig, leicht meerig | 5 bis 10 Min, dann 25 bis 35 Min köcheln | 50 bis 600 | Gut, braucht Kochzeit |
| Meersalat Grünalge · Ulva lactuca | würzig, leicht bitter, salzig | laut Packung; roh im Salat | 50 bis 300 | Später |
| Kombu Braunalge · Saccharina japonica | kräftig-umami (Dashi-Basis) | wird mitgekocht oder 30 Min kalt | 1.500 bis 8.000 | Als Würze |
| Zuckertang Braunalge · Saccharina latissima | leicht süß, würzig nach Meer | laut Packung, lauwarm; wie Kombu verwenden | 1.000 bis 5.000 | Als Würze, wie Kombu |
| Arame Braunalge · Eisenia bicyclis | mild, leicht süßlich | etwa 5 Min, dann 5 bis 10 Min kochen | 980 bis 5.640 (BfR 2007) | Später, milder Ersatz für Hijiki |
| Hijiki Braunalge · Sargassum fusiforme | intensiv nach Meer und Fisch, leicht Anis | 20 Min bis 1 Std je nach Quelle, dann kochen | laut BfR jodreich, ohne Spanne; dazu viel anorganisches Arsen | Nein, Behörden raten ab |
| Spirulina Cyanobakterium · Arthrospira | eher geschmacksneutral | entfällt (Pulver, Tabletten) | niedrig | Kein Küchen-Einstieg |
| Chlorella Mikroalge · Chlorella vulgaris | eher geschmacksneutral | entfällt (Pulver, Tabletten) | nur Spuren | Kein Küchen-Einstieg |
Jod in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse. Einweichzeiten sind Spannen aus Warenkunden und Herstellerangaben, die Packung hat Vorrang. Queller ist keine Alge, sondern eine Salzpflanze, und fehlt deshalb hier; das Queller-Porträt gibt es trotzdem.
Quellen: BfR-Stellungnahme August 2026 (Jod-Spannen, Einordnung im Jod-Artikel) · BfR-Stellungnahme 026/2007 (Arame 98 bis 564 mg je 100 g, umgerechnet; Hijiki „jodreich“) · Verbraucherzentrale Hamburg (Meersalat, Spirulina, Chlorella) · Wikipedia (Arame-Geschmack) · Algen einweichen (Einweichzeiten je Sorte)

Unsere Empfehlung für den Einstieg
Am leichtesten fällt der Einstieg mit Nori. Die Blätter brauchen kein Einweichen, schmecken mild und sind aus Sushi und Onigiri vielen bereits vertraut. Von dort aus lohnt sich der Schritt zu Wakame und später zu kräftigeren Sorten wie Kombu oder Dulse.
Häufige Fragen
Was sind Speisealgen?
Speisealgen sind essbare Meeresalgen: Rot-, Braun- und Grünalgen sowie einige Mikroalgen, die im Meer wachsen und traditionell vor allem in Ostasien und an europäischen Küsten gegessen werden. Die Begriffe Meeresalgen und Seetang meinen im Alltagsgebrauch dasselbe wie Speisealgen, „Seetang" ist dabei eher die umgangssprachliche, „Meeresalgen" die etwas neutralere Bezeichnung. Bekannte Sorten sind Nori, Wakame, Kombu und Dulse, getrocknet, als Blätter, Flocken oder ganze Stücke.
Sind Meeresalgen und Seetang dasselbe wie Speisealgen?
Ja, im deutschen Sprachgebrauch werden Speisealgen, Meeresalgen und Seetang weitgehend austauschbar verwendet. Fachlich sind Algen eine eigene Organismengruppe und kein Tang im botanischen Sinn, für die Küche und den Einkauf spielt diese Unterscheidung aber kaum eine Rolle, gemeint ist praktisch immer dieselbe Warengruppe getrockneter oder frischer Meerespflanzen.
Mit welcher Algensorte fange ich am besten an?
Für den Einstieg eignet sich Nori am besten, weil sie mild schmeckt, kein Einweichen braucht und aus Sushi und Onigiri vielen bereits bekannt ist. Wer schon einmal Miso-Suppe gegessen hat, kennt außerdem Wakame, auch sie ist ein unkomplizierter Einstieg. Kombu und Dulse mit ihrem kräftigeren Eigengeschmack lohnen sich eher, wenn die ersten beiden Sorten schon vertraut sind.