Wakame-Salat Rezept: Goma Wakame wie beim Japaner
Wakame-Salat selber machen: 10 Minuten einweichen, Dressing aus Reisessig, Sojasauce und Sesamöl, fertig in 15 Minuten. Mit Vergleich zu gekauftem Goma Wakame.
- 15 Minuten
- 2 Portionen
Warum Wakame-Salat selber machen?
Selbstgemachter Wakame-Salat besteht aus getrockneter Wakame, Reisessig, Sojasauce, Sesamöl, etwas Süße und Sesam. Mehr braucht es nicht, und er steht in rund 15 Minuten auf dem Tisch. Der gekaufte Goma Wakame aus der Kühltheke oder vom Sushi-Lieferdienst enthält dagegen fast immer Zucker oder Sirup, Geliermittel und Farbstoffe.
Das ist kein Grund, den gekauften Salat zu verteufeln. Aber wer einmal gesehen hat, wie wenig dahintersteckt, macht ihn meistens selbst: Die getrocknete Alge liegt monatelang im Vorrat, das Dressing ist in zwei Minuten angerührt, und du entscheidest selbst über Süße, Schärfe und Säure. Dazu kommt der Preisvorteil, weil getrocknete Wakame beim Einweichen stark an Volumen gewinnt.
Was Wakame als Alge ausmacht, woher sie kommt und was beim Jod zu beachten ist, steht im Wakame-Porträt. Hier geht es nur um den Salat.
Zutaten für 2 Portionen
Für den Salat
- 15 g getrocknete Wakame (Blätter oder grobe Flakes)
- 1 EL gerösteter Sesam
Für das Dressing
- 2 EL Reisessig
- 1 EL Sojasauce
- 1 TL geröstetes Sesamöl
- 1 TL Mirin (oder 1/2 TL Zucker)
- Optional: 1/2 TL frisch geriebener Ingwer
- Optional: 1 Prise Chiliflocken
- Optional: 1/2 Salatgurke
15 Gramm klingen nach wenig, reichen aber für zwei Beilagenportionen. Japanwelt rechnet mit etwa dem Dreifachen des Trockengewichts nach dem Einweichen, in der Schüssel wirkt es durch die entfalteten Blätter noch deutlich mehr. Als Faustregel für den Einkauf: Eine 25-Gramm-Packung ergibt drei bis vier Portionen Salat. Beim Reisessig lohnt sich ungewürzter Reisessig, gewürzter (Sushi-Essig) enthält bereits Zucker und Salz, dann Mirin und Sojasauce reduzieren.
Wakame gibt es als ganze Blätter und als Flakes. Für den Salat funktionieren beide, Blätter liefern den kräftigeren Biss. Bio-Wakame aus EU-Anbau führt unter anderem der Algenladen (Bezugsquelle am Ende dieser Seite).
Zubereitung Schritt für Schritt
- Wakame einweichen: Getrocknete Wakame in eine große Schüssel geben und großzügig mit lauwarmem Wasser bedecken. 5 bis 10 Minuten quellen lassen, bis die Alge weich und vollständig entfaltet ist. Die Schüssel ruhig groß wählen, Wakame legt beim Einweichen deutlich an Volumen zu.
- Abtropfen und ausdrücken: Wakame in ein Sieb gießen, kurz kalt abspülen und mit den Händen kräftig ausdrücken. Je trockener die Alge, desto besser haftet später das Dressing. Das Einweichwasser wegschütten.
- Zuschneiden: Wakame-Blätter in etwa 1 bis 2 cm breite Streifen schneiden, harte Mittelrippen dabei herausschneiden. Flakes sind meist schon mundgerecht und brauchen keinen Schnitt.
- Dressing anrühren: Reisessig, Sojasauce, Sesamöl und Mirin (oder Zucker) in einer kleinen Schale verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Wer mag, gibt geriebenen Ingwer und Chiliflocken dazu.
- Vermengen und ziehen lassen: Wakame mit dem Dressing vermischen und mindestens 10 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen. Soll Gurke hinein, diese entkernen, in feine Scheiben schneiden und erst jetzt unterheben.
- Mit Sesam servieren: Kurz vor dem Servieren den gerösteten Sesam unterheben oder darüberstreuen. Kalt als Beilage zu Sushi, Reis oder als kleine Vorspeise servieren.
Worauf es ankommt
Drei Dinge entscheiden über das Ergebnis: nicht zu lange einweichen, gründlich ausdrücken und das Dressing ausbalancieren. Wer diese Punkte beachtet, bekommt einen Salat mit Biss statt einer glitschigen Masse.
Einweichen. Lauwarmes Wasser, 5 bis 10 Minuten, das empfehlen EAT SMARTER, ESSEN UND TRINKEN und Japanwelt übereinstimmend. Wakame ist fertig, sobald sie weich ist und sich die Blätter vollständig entfaltet haben. Länger im Wasser wird sie weicher und verliert den Biss, der den Salat ausmacht. Deutsche See empfiehlt für die Zubereitung von Gerichten 10 Minuten in heißem Wasser, für Salat reicht lauwarm.
Ausdrücken. Der häufigste Fehler: Die Alge kommt nass in die Schüssel, das Dressing verdünnt sich und schmeckt lasch. Also abtropfen lassen und dann mit den Händen ausdrücken, bis kaum noch Wasser kommt. Das Einweichwasser nicht weiterverwenden, ein Teil des wasserlöslichen Jods ist dorthin gewandert (laut BfR kann der Jodgehalt durch Einweichen und Kochen je nach Bedingungen um bis zu 80 bis 90 Prozent sinken, mehr dazu unter Jod in Algen).
Dressing-Balance. Das Verhältnis 2 Teile Reisessig, 1 Teil Sojasauce, 1/2 Teil Sesamöl, 1/2 Teil Mirin ist der Ausgangspunkt. Schmeckt es zu sauer, etwas mehr Mirin, zu salzig, etwas mehr Essig. Sesamöl sparsam dosieren, es übertönt schnell alles andere. Den Sesam erst zum Schluss dazugeben, im Dressing weicht er auf und verliert das Röstaroma.
Selbstgemacht oder gekauft: Was ist der Unterschied?
Selbstgemachter Wakame-Salat ist dunkelgrün, fester im Biss und hält sich 2 bis 3 Tage; gekaufter Goma Wakame ist leuchtend grün, weicher und oft gelierter, dafür länger haltbar. Der Unterschied steckt in den Zutaten: Wir haben zwei Zutatenlisten aus dem deutschen Handel abgerufen, ein frisches Kühlprodukt (Deutsche See, „Tapas Wakame Algensalat”) und ein Tiefkühlprodukt (Goma Wakame, 1-kg-Gastrogebinde bei fish4me).
| Selbstgemacht (dieses Rezept) | Gekauft (laut abgerufenen Zutatenlisten) | |
|---|---|---|
| Zutaten | Wakame, Reisessig, Sojasauce, Sesamöl, Mirin oder Zucker, Sesam | Wakame (79 bis 80 %), Zucker bzw. Maissirup oder Fruktose, Reisessig, Sesamöl, Sesam, Agar-Agar, Judasohr bzw. getrocknete Pilze, Salz, Chili, Sojasauce bzw. hydrolysiertes Sojaeiweiß, Farbstoffe |
| Farbe | Dunkel- bis olivgrün, natürliche Farbe der eingeweichten Alge | Leuchtend grün durch Farbstoffe: E102 und E133 (TK-Produkt) bzw. Kurkumin und Kupferkomplexe der Chlorophylle (Kühlprodukt) |
| Textur | Bissfest, leicht glitschig, Dressing bleibt flüssig | Weicher, durch Agar-Agar leicht geliert; Judasohr sorgt für knackige Stücke |
| Süße | 1 TL Mirin oder 1/2 TL Zucker auf 2 Portionen, frei anpassbar | Zucker an zweiter Stelle der Zutatenliste, 6 g Zucker pro 100 g beim Kühlprodukt |
| Haltbarkeit | 2 bis 3 Tage im Kühlschrank, luftdicht | Kühlprodukt: bei Lieferung mindestens 6 Tage, Lagerung bei 2 bis 7 °C; TK-Produkt: mindestens 6 Monate bei minus 18 °C |
Zur Farbe: Tartrazin (E102) ist ein Azofarbstoff, der laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 den Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen” auf der Packung erfordert. Kupferkomplexe der Chlorophylle (E141) sind ein aus Pflanzen gewonnenes, chemisch stabilisiertes Blattgrün, das Lebensmittel intensiv und licht- sowie hitzestabil grün färbt. Beides ist zugelassen, beides brauchst du zu Hause nicht. Wer den Salat etwas heller grün möchte, kann die eingeweichte Wakame wenige Sekunden in kochendes Wasser geben und sofort in Eiswasser abschrecken, das intensiviert die Farbe (so beschreibt es auch Japanwelt), kostet aber etwas Biss.
Übrigens: Nicht jeder gekaufte Algensalat ist reiner Wakame-Salat. Pilze tauchen in beiden abgerufenen Listen auf (Judasohr beim Kühlprodukt, „getrocknete Pilze” beim TK-Produkt), und Agar-Agar bindet das Dressing. Wer den Salat vom Sushi-Lieferdienst kennt, kennt also oft eine Mischung aus Alge, Pilz und Gelee.
Welche Varianten lohnen sich?
Die Grundversion lässt sich mit wenigen Handgriffen zu einer größeren Beilage oder einem leichten Hauptgericht ausbauen.
- Mit Gurke (Sunomono-Stil): Eine halbe Salatgurke entkernen, in dünne Scheiben schneiden, leicht salzen, 10 Minuten ziehen lassen und ausdrücken. Mit der Wakame vermengen. Der Klassiker, wenn der Salat frischer und größer werden soll.
- Mit Glasnudeln: 50 g Glasnudeln nach Packungsanleitung einweichen, kalt abspülen, grob schneiden und unterheben. Das Dressing in diesem Fall um die Hälfte erhöhen, die Nudeln saugen viel auf.
- Mit Dulse (europäische Variante): Statt oder zusätzlich zur Wakame 5 g getrocknete Dulse 2 bis 5 Minuten einweichen, in Streifen schneiden und dazugeben. Die rote Atlantikalge bringt eine rauchig-würzige Note und Farbe in die Schale.
- Schärfer: Chiliflocken oder ein paar Tropfen Chiliöl ins Dressing, dazu Frühlingszwiebelringe.
Wer die eingeweichte Wakame lieber warm mag, gibt sie in die Miso-Suppe, das Einweichen funktioniert genauso.
Wakame kaufen: Worauf achten?
Für den Salat brauchst du getrocknete Wakame als Blätter oder Flakes, gerösteten Sesam, Reisessig, Sojasauce und Sesamöl. Getrocknete Wakame gibt es im Asia-Laden, im Bioladen und online.
Achte auf gleichmäßig dunkelgrüne Alge ohne ausgeblichene Stellen und auf eine Packung, die den Jodgehalt und eine Verzehrempfehlung ausweist. Laut BfR liegt der Jodgehalt von Wakame zwischen 50 und 1.500 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse, die Spanne ist also groß, und genau deshalb lohnt sich die Angabe auf der Packung. Mehr dazu in der Kaufberatung.
Der Algenladen führt Bio-Wakame als Blätter und Flakes aus EU-Anbau, dazu Sesam und Sojasauce in der Rubrik Asiatische Küche (Bezugsquelle am Ende dieser Seite). Weitere Anbieter wie Keimling oder Sunday Natural haben ebenfalls Wakame im Sortiment, wir verlinken sie aktuell nicht. Mehr Rezepte mit Algen findest du in der Rezeptübersicht.
Quellen
- Deutsche See: Tapas »Wakame Algensalat« (Zutatenliste, Lagerung, Haltbarkeit)
- fish4me: Goma Wakame Seealgensalat mit Sesam, tiefgekühlt 1 kg (Zutatenliste)
- Deutsche See: Wakame (Warenkunde, Quellzeit)
- Japanwelt: Wakame, die gesunde Alge aus Ostasien
- EAT SMARTER: Wakame (Warenkunde)
- ESSEN UND TRINKEN: Wakame, kleine Warenkunde
- Aline Made: Wakame Salat (Japanischer Algensalat)
- Rezeptnest: Wakame Salat
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Azofarbstoffe
- Lebensmittel-Warenkunde: E 141, Kupferhaltige Komplexe der Chlorophylle und Chlorophylline
- BfR-Stellungnahme Nr. 044/2026 vom 05.08.2026: Verbindliche Jod-Höchstgehalte in Algen
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Häufige Fragen
Wie lange muss Wakame für Salat einweichen?
Getrocknete Wakame braucht in lauwarmem Wasser etwa 5 bis 10 Minuten, bis sie weich und entfaltet ist. Länger schadet dem Geschmack nicht, die Alge wird dann aber weicher und verliert Biss. Danach gut abtropfen lassen und mit den Händen ausdrücken, sonst verwässert das Dressing.
Was ist im gekauften Algensalat (Goma Wakame) drin?
Neben Wakame stehen auf den Zutatenlisten, die wir uns angesehen haben, Zucker oder Maissirup, Reisessig, Sesamöl, Sesam, Agar-Agar, Judasohr oder andere getrocknete Pilze, Salz, Chili und Farbstoffe. Bei einem Tiefkühlprodukt waren es die Farbstoffe E102 und E133, bei einem Frischeprodukt Kurkumin und Kupferkomplexe der Chlorophylle. Selbstgemacht kommt der Salat ohne Geliermittel und Farbstoffe aus.
Warum ist gekaufter Wakame-Salat so leuchtend grün?
Eingeweichte getrocknete Wakame ist von Natur aus dunkel- bis olivgrün, kein Neongrün. Die auffällige Farbe im Handel stammt laut Zutatenlisten von zugesetzten Farbstoffen, etwa Tartrazin (E102) plus Brillantblau (E133) oder Kupferkomplexen der Chlorophylle (E141). Selbstgemachter Salat sieht deshalb dunkler aus, schmeckt aber genauso.
Wie lange hält sich selbstgemachter Wakame-Salat im Kühlschrank?
Luftdicht verschlossen hält sich der Salat im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Tage, so nennen es auch andere Rezeptseiten. Am besten schmeckt er am ersten und zweiten Tag, danach wird die Alge weicher und das Dressing zieht weiter ein. Den Sesam gibst du idealerweise erst kurz vor dem Servieren dazu.
Kann ich Wakame-Flakes statt Blättern nehmen?
Ja, beide funktionieren. Flakes sind bereits klein geschnitten und sofort salatfertig, Blätter schneidest du nach dem Einweichen in mundgerechte Streifen und entfernst harte Mittelrippen. Für den typischen Biss wie beim Japaner eignen sich Blätter oder grob geschnittene Wakame etwas besser als sehr feine Flakes.
Lena Koopmann
Veröffentlicht am