Essbare Algen

Agar-Agar Dosierung: Menge je 500 ml und Gelatine-Ersatz

Wie viel Agar-Agar auf 500 ml Flüssigkeit, wie viele Blatt Gelatine das ersetzt und warum die Masse manchmal flüssig bleibt: Herstellerangaben im Vergleich.

Angeschnittenes rotes Fruchtgelee in einer flachen Glasschale, daneben eine kleine Schale mit weißem Agar-Agar-Pulver

Für 500 Milliliter Flüssigkeit nennen Hersteller je nach gewünschter Festigkeit etwa 1 bis 7 Gramm Agar-Agar-Pulver. Sechs Blatt Gelatine ersetzt du nach den Angaben verschiedener Marken mit rund 2 bis 5 Gramm davon. Diese Spanne ist keine Schlamperei, sie liegt an den Produkten selbst: Die Gelierkraft unterscheidet sich laut Verbraucherzentrale Bayern von Hersteller zu Hersteller, deshalb geht die Packungsangabe deines Pulvers jeder Faustregel vor. Und wenn am Ende nichts fest wird, liegt es meistens daran, dass die Masse nicht richtig gekocht hat oder zu sauer war.

Dieser Artikel sammelt die Angaben, die Hersteller und die Verbraucherzentrale Bayern tatsächlich veröffentlichen, statt eine einzige Zahl zu behaupten. Wo sich die Quellen widersprechen, steht das ausdrücklich da.

Wie viel Agar-Agar brauchst du für 500 Milliliter?

Die brauchbarste Staffelung nach Festigkeit veröffentlicht der Hersteller TerraSana. Sie bezieht sich auf sein eigenes Pulver und ist damit eine Anbieterangabe, keine allgemeingültige Formel.

Gewünschte KonsistenzJe 500 mlJe 1 Liter
weich, cremig1 bis 1,5 g2 bis 3 g
mittel3 g6 g
fest5 g10 g
sehr fest7 g14 g

Die Liter-Spalte ist die verdoppelte 500-ml-Angabe, TerraSana selbst rechnet auf den halben Liter. Zur Einordnung: Die FAO nennt für Lebensmittel eine maximale Agar-Konzentration von etwa 1 Prozent, also 10 Gramm auf einen Liter. Die oberste Zeile der Tabelle liegt umgerechnet schon darüber. Für den Hausgebrauch heißt das vor allem: Die 5 Gramm für ein festes Gel sind die Größenordnung, in der sich alles abspielt, alles Weitere ist Feinjustierung.

Andere Marken kommen mit ganz anderen Zahlen auf dasselbe Ergebnis. Rapunzel gibt für sein Pulver 1 gestrichenen Teelöffel mit 2 Gramm auf einen halben Liter an, für sturzfähige Pasteten und Pudding 2 Teelöffel. Arche Naturküche nennt für ein schnittfestes Gelee 2 gestrichene Teelöffel mit etwa 5 Gramm auf 500 Milliliter. Die Bio-Manufaktur LECKER’S rechnet mit 1 Teelöffel auf 250 bis 500 Milliliter. Das Magazin Schrot&Korn beschreibt die Streuung am deutlichsten: Von einer Marke genügen zwei Gramm Pulver für einen halben Liter, von einer anderen braucht man acht Gramm.

Selbst der Teelöffel als Maß ist nicht einheitlich. Rapunzel rechnet 1 Teelöffel als 2 Gramm, Arche Naturküche etwa 2,5 bis 3 Gramm, Dr. Oetker 4 Gramm. Wenn du Agar-Agar öfter benutzt, ist eine Feinwaage die einfachste Abkürzung aus diesem Durcheinander: Du liest einmal die Grammzahl von der Packung ab und wiegst ab jetzt ab, statt Löffel zu schätzen.

Bei Früchten kommt eine zweite Größe dazu, denn Obst bringt eigene Gelierstoffe und eigene Säure mit. Arche Naturküche rechnet für einen Fruchtaufstrich 1 gestrichenen Teelöffel mit etwa 3 Gramm auf 500 Gramm Obst, also weniger als für ein schnittfestes Gelee aus derselben Menge Flüssigkeit. LECKER’S staffelt seine Fruchttabelle nach Sorte, jeweils bezogen auf höchstens 750 Milliliter Saft oder Püree: Bananen kommen mit einem halben Teelöffel aus, Äpfel, Aprikosen, Kiwis und Trauben mit einem leicht gehäuften, Quitten brauchen anderthalb und rote Johannisbeeren anderthalb bis zwei. Schrot&Korn nennt den Grund für die Richtung: Früchte wie Äpfel und Aprikosen enthalten natürliche Gelierstoffe und unterstützen das Agar-Agar, Säure und Fett arbeiten dagegen.

Wie viel Agar-Agar ersetzt Gelatine?

Der übliche Bezugspunkt in Rezepten sind 6 Blatt Gelatine. Ein Blatt wiegt laut Swissmilk etwa 1,6 bis 1,7 Gramm, ein 10-Gramm-Päckchen weiße Blattgelatine reicht laut Dr. Oetker für 500 Milliliter Flüssigkeit. Für genau diese Bezugsgröße gibt es mehrere Umrechnungen, und sie liegen um mehr als das Doppelte auseinander.

Angabe vonAgar-Agar-PulverersetztBezug
Rapunzel (Hersteller)1 gestrichener TL, ca. 2 g5 Blatt Gelatine500 ml Flüssigkeit oder 500 g Früchte
Dr. Oetker (Hersteller)1 TL, ca. 4 g6 Blatt Gelatine500 g Creme
Arche Naturküche (Hersteller)2 gestrichene TL, ca. 5 g6 Blatt Gelatine500 ml, schnittfestes Gelee
Gewürzmühle Brecht (Hersteller)1 gestrichener TL6 Blatt Gelatineohne Mengenangabe
Verbraucherzentrale BayernTL zu etwa zwei Dritteln gefüllt6 Blatt Gelatineohne Mengenangabe

Praktisch heißt das: Für 6 Blatt Gelatine nimmst du zwischen 2 und 5 Gramm Agar-Agar-Pulver, und die Packung deines Produkts entscheidet, wo in dieser Spanne du landest. Steht dort nichts, fang am unteren Ende an. Zu wenig lässt sich nachbessern, zu viel nur mit zusätzlicher Flüssigkeit verdünnen.

Zwei Unterschiede in der Handhabung sind wichtiger als die Grammzahl. Erstens muss Agar-Agar kochen, während Blattgelatine in kaltem Wasser eingeweicht und dann in der warmen Speise aufgelöst wird. Zweitens arbeitet Agar-Agar in einem völlig anderen Temperaturfenster: Laut EFSA liegt die Geliertemperatur bei rund 38 Grad, die Schmelztemperatur bei etwa 85 Grad. Eine Agar-Speise bleibt also bei Zimmertemperatur fest, während eine Gelatine-Creme dort weich wird. Umgekehrt hast du nach dem Aufkochen nur ein kurzes Zeitfenster, bevor die Masse im Topf geliert.

So tauschst du Gelatine in einem vorhandenen Rezept aus:

  1. Menge festlegen. Die im Rezept genannten Blätter über die Packungsangabe deines Pulvers umrechnen, im Zweifel am unteren Ende der Spanne anfangen.
  2. Kalt anrühren. Rapunzel rät, das Pulver kalt und klümpchenfrei einzurühren. Soll es in eine bereits heiße Masse, löst du es laut LECKER’S zuerst in etwas kalter Flüssigkeit auf und rührst diese dann langsam ein.
  3. Aufkochen. Je nach Hersteller 1 bis 5 Minuten kochen lassen und dabei rühren. Der Einweich-Schritt, den Gelatine braucht, entfällt komplett.
  4. Gelierprobe machen. Erst danach entscheidest du, ob die Menge stimmt.
  5. Zügig abfüllen. Unter 35 Grad wird die Masse schnell fest. Geschlagene Sahne hebst du laut Rapunzel erst unter, wenn die Masse zu gelieren beginnt, und danach wird nicht mehr gerührt.

Warum wird Agar-Agar nicht fest?

Wenn die Masse flüssig bleibt, steckt fast immer eine von fünf Ursachen dahinter. Die gute Nachricht steht am Ende dieses Abschnitts: Fast alle lassen sich noch korrigieren.

Fest gewordenes helles Agar-Gelee auf einem weißen Teller, ein Stück ist herausgeschnitten, daneben ein Löffel

Zu kurz gekocht. Das ist die häufigste Ursache. Die Verbraucherzentrale Bayern schreibt ausdrücklich, dass Agar-Agar anders als Gelatine einige Minuten kochen muss, damit die Gelierung überhaupt eintritt. Warm rühren genügt nicht. Wie lange, sagen die Hersteller unterschiedlich: mindestens 1 bis 2 Minuten bei LECKER’S und der Gewürzmühle Brecht, etwa 2 Minuten für Cremes bei Arche Naturküche, etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren bei Rapunzel. Fruchtaufstriche lässt Arche Naturküche 2 bis 10 Minuten sprudelnd kochen.

Zu wenig genommen. Weil die Marken so unterschiedlich stark binden, ist eine aus einem fremden Rezept übernommene Zahl schnell zu niedrig. Die Verbraucherzentrale Bayern weist genau darauf hin und verweist auf die Packungsanleitung.

Zu sauer. Säure schwächt das Gel. Die Verbraucherzentrale Bayern nennt saure und fetthaltige Speisen als Störfaktoren, Dr. Oetker rät bei Agar-Agar von Zitronensaft ab, und LECKER’S schreibt in seiner Fruchttabelle klar: reiner Zitronensaft geliert nicht. Dieselbe Tabelle zeigt die Abstufung: Für Äpfel reicht 1 leicht gehäufter Teelöffel auf maximal 750 Milliliter, für rote Johannisbeeren sind es 1,5 bis 2. Chemisch passt das zur EFSA-Bewertung, nach der Säurehydrolyse dann eine Rolle spielt, wenn Agar bei einem pH-Wert unter 5,5 ausgiebig erhitzt wird. Arche Naturküche empfiehlt als Gegenmittel, sehr sauren Früchten etwas mildes Obst oder Fruchtsaft zuzugeben.

Zu viel Fett. Auch fetthaltige Speisen können die Gelierfähigkeit beeinträchtigen, so die Verbraucherzentrale Bayern. Rapunzel löst das für Sahnetorten praktisch: geschlagene Sahne erst unterheben, wenn die Masse zu gelieren beginnt.

Falsch weiterverarbeitet. Agar-Agar wird laut Verbraucherzentrale Bayern unter 35 Grad zügig fest. Wer die heiße Agar-Flüssigkeit in eine kalte Creme kippt, bekommt deshalb Fäden und Klümpchen statt einer gleichmäßigen Masse. LECKER’S beschreibt den richtigen Weg: das aufgekochte Agar-Agar langsam und unter ständigem Rühren in die kalte Masse geben. Und wenn das Gel einmal steht, rührt man es laut Gewürzmühle Brecht nicht mehr um.

Nicht die Ursache sind dagegen die eiweißspaltenden Enzyme aus frischer Ananas, Papaya, Mango oder Kiwi. Sie sind das klassische Gelatine-Problem: Der Gelatinehersteller Leaf Gelatine erklärt, dass diese Früchte ein Enzym enthalten, das die Gelierkraft der Gelatine zerstört, und empfiehlt, sie vorher kurz zu dünsten. Agar-Agar ist laut EFSA dagegen kein Eiweiß, sondern ein Vielfachzucker aus Rotalgen. Die Herstellerpraxis passt dazu: LECKER’S rechnet für Ananas und Kiwi dieselbe Menge wie für Äpfel. Ganz einig sind sich die Anbieter aber nicht, die Gewürzmühle Brecht führt Ananas und Kiwi trotzdem unter den heiklen Früchten. Wer sichergehen will, macht die Gelierprobe, bevor die ganze Menge in der Form landet.

Die Gelierprobe ist der Test, der all das abfängt. Die Verbraucherzentrale Bayern beschreibt sie so: ein wenig von der Masse auf einen Teller geben und kaltstellen. Swissmilk wird konkreter und nennt einen Esslöffel der zwei Minuten gekochten Masse auf einem gekühlten Porzellanteller, die innerhalb von drei Minuten gelieren sollte. Bleibt sie weich, rührst du mehr Agar-Agar ein und kochst erneut auf. Ist sie zu fest, gibst du Flüssigkeit dazu und erhitzt noch einmal. Weil Agar-Gele laut EFSA reversibel sind, also beim Erhitzen wieder schmelzen und beim Abkühlen erneut gelieren, ist ein misslungener Ansatz selten verloren.

Pulver, Flocken oder Stangen: Wo die Dosierung auseinandergeht

Agar-Agar kommt in drei Formen in den Handel. Die FAO beschreibt Pulver als die industrielle Standardform, daneben die traditionellen Streifen und Vierecke, die durch Gefrieren, Auftauen, Abtropfen und Trocknen entstehen. In deutschen Läden dominiert das Pulver: Rapunzel, Arche Naturküche und TerraSana verkaufen es so, der Algenladen führt ein Bio-Agar-Agar als Pulver in der 25-Gramm-Packung (Bezugsquelle am Ende dieser Seite).

Für die Umrechnung zwischen Pulver, Flocken und Stangen haben wir keine belastbare Herstellerangabe gefunden. Die Faustregeln, die dazu im Netz kursieren, reichen von „1 Esslöffel Flocken entspricht 1 Teelöffel Pulver“ bis „Flocken brauchen die dreifache Menge“, ohne dass ein Produzent das für seine Ware bestätigt. Wir geben deshalb keine Zahl an: Wenn du Flocken oder Stangen kaufst, richtest du dich nach der Packung dieses Produkts und machst die Gelierprobe.

Dass die Angaben so weit auseinandergehen, hat einen sachlichen Grund. Die FAO beziffert die Gelfestigkeit von Industrie-Agar auf 600 bis 1.100 Gramm pro Quadratzentimeter nach der Nikan-Sui-Methode, normale Qualität liegt bei 700 bis 800. Zwischen zwei Packungen kann also fast der Faktor zwei liegen, bevor du überhaupt etwas falsch gemacht hast.

Woraus wird Agar-Agar gemacht?

Agar-Agar wird aus Rotalgen gewonnen. Die EFSA nennt in ihrer Neubewertung des Zusatzstoffs E 406 vor allem Arten aus den Familien Gelidiaceae und Gracilariaceae und hält fest, dass Gracilaria weltweit die wichtigste Rohstoffquelle ist. Der Algenladen beschreibt Agar-Agar als Erzeugnis aus den Zellwänden von Gracilaria-, Gelidiopsis- und Gelidium-Arten und nennt als Herkunft Gewässer von Indonesien bis Japan, wo die Algen in der Gezeitenzone kultiviert werden. Das ist eine Anbieterangabe, die wir nicht unabhängig geprüft haben.

Der Weg von der Alge zum Pulver ist industriell. Die EFSA beschreibt ihn als Kette aus Ernte, Vortrocknung an der Küste, Bleichen, Transport in die Fabrik, Alkalibehandlung bei Gracilaria-Arten, Waschen, Einweichen zur Extraktion, Filtrieren, Gelieren, Gefrieren und Auftauen, Trocknen, Mahlen und Abpacken. Die Extraktion läuft bei 105 bis 110 Grad für Gelidium und bei 95 bis 100 Grad für Gracilaria. Das Gefrier-Auftau-Verfahren dient laut FAO dazu, dem verdünnten Extrakt Wasser zu entziehen. Übrig bleibt ein Vielfachzucker, kein getrocknetes Blatt.

Genau darin unterscheidet sich Agar-Agar von den Algen, die du sonst auf diesem Portal findest. Nori und Dulse sind ebenfalls Rotalgen, aber du isst dort die ganze Alge, getrocknet und höchstens kurz gewässert. Wie das geht, steht im Guide Algen einweichen, eine Übersicht aller Sorten findest du unter Algen. Wer noch gar nicht mit Algen gekocht hat, findet in der Kaufberatung für Einsteiger die Reihenfolge, die wir empfehlen.

Für den Jodgehalt hat dieser Unterschied Folgen, die wir nicht mit einer Zahl belegen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führt Agar in seiner Stellungnahme zu Jod-Höchstgehalten als Rohstoff für Geliermittel und ordnet es den aus Algen gewonnenen Hydrokolloiden zu, die indirekt in vielen Lebensmitteln stecken. Einen verlässlichen Jodwert für handelsübliches Agar-Agar-Pulver haben wir dagegen nicht gefunden, deshalb behaupten wir keinen. Maßgeblich ist die Angabe auf deiner Packung. Was für ganze Speisealgen gilt und warum die Sorten so weit auseinanderliegen, steht in unserem Artikel Jod in Algen.

Quellen

  • Bio-Agar-Agar beim Algenladen

    Im Sortiment steht ein Bio-Agar-Agar als Pulver in der 25-Gramm-Packung, laut Anbieter aus Rotalgen gewonnen.

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Häufige Fragen

Wie viel Agar-Agar braucht man für 500 ml Flüssigkeit?

Das hängt davon ab, wie fest das Ergebnis werden soll. Der Hersteller TerraSana nennt für 500 Milliliter 1 bis 1,5 Gramm Pulver für eine weiche, 3 Gramm für eine mittlere, 5 Gramm für eine feste und 7 Gramm für eine sehr feste Konsistenz. Weil die Gelierkraft laut Verbraucherzentrale Bayern von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ausfällt, gilt zuerst die Packungsangabe deines Produkts.

Wie viel Agar-Agar ersetzt 6 Blatt Gelatine?

Je nach Marke etwa 2 bis 5 Gramm Pulver. Rapunzel rechnet 1 Teelöffel mit 2 Gramm für 5 Blatt Gelatine, Dr. Oetker 1 Teelöffel mit 4 Gramm für 6 Blatt, Arche Naturküche 5 Gramm für 6 Blatt. Die Verbraucherzentrale Bayern nennt einen zu etwa zwei Dritteln gefüllten Teelöffel für 6 Blatt. Fang am unteren Ende an und mach die Gelierprobe, bevor du die ganze Masse abfüllst.

Warum wird mein Agar-Agar nicht fest?

Die häufigste Ursache ist zu kurzes Kochen: Anders als Gelatine muss Agar-Agar laut Verbraucherzentrale Bayern einige Minuten kochen, bloßes Erwärmen reicht nicht. Danach folgen zu geringe Dosierung, ein sehr saurer Ansatz und viel Fett in der Masse. Reiner Zitronensaft geliert laut dem Hersteller LECKER'S gar nicht. Ein Gel, das zu weich geraten ist, kannst du wieder aufkochen und mit mehr Agar-Agar nachbessern.

Muss Agar-Agar wirklich kochen?

Ja. Agar-Agar löst sich erst in kochender Flüssigkeit und geliert danach beim Abkühlen. Die Herstellerangaben reichen von mindestens 1 bis 2 Minuten bei LECKER'S und der Gewürzmühle Brecht bis zu etwa 5 Minuten bei Rapunzel. Fest wird die Masse laut Verbraucherzentrale Bayern erst unter 35 Grad, dann allerdings zügig.

Funktioniert Agar-Agar mit frischer Ananas und Kiwi?

Nach den Herstellerangaben ja. Das Enzymproblem, an dem Gelatine scheitert, betrifft Eiweiß: Ananas, Papaya, Mango und Kiwi enthalten laut dem Gelatinehersteller Leaf Gelatine ein eiweißspaltendes Enzym, das die Gelierkraft zerstört. Agar-Agar ist laut EFSA ein Vielfachzucker aus Rotalgen. Der Hersteller LECKER'S rechnet für Ananas und Kiwi dieselbe Menge wie für Äpfel, die Gewürzmühle Brecht führt beide Früchte dagegen als heikel. Im Zweifel entscheidet die Gelierprobe.

Lena Koopmann

Veröffentlicht am