Essbare Algen

Algensalat: 5 Varianten mit Wakame, Dulse und Meersalat

Algensalat selber machen: Grundrezept für gemischten Seetangsalat in 20 Minuten, dazu vier Varianten mit Wakame, Dulse, Meeresspaghetti und Meersalat.

  • 20 Minuten
  • 2 Portionen
Gemischter Algensalat mit grünen Wakame-Streifen, roten Dulse-Stücken und Gurkenscheiben in heller Schale

Ein Algensalat besteht aus eingeweichten Meeresalgen, einem sauren Dressing und meist etwas Frischem wie Gurke oder Tomate. Die Basisversion mit Wakame und Dulse steht in rund 20 Minuten auf dem Tisch, das Einweichen dauert davon nur 5 bis 10 Minuten. Wer nach Seetangsalat sucht, meint dasselbe Gericht, denn Seetang ist die volkstümliche Bezeichnung für große Meeresalgen. Auf dieser Seite findest du das Grundrezept für den gemischten Algensalat und vier weitere Varianten, jede mit einer anderen Alge, eigenen Mengen und eigener Einweichzeit.

Was ist Algensalat, und was hat Seetang damit zu tun?

Algensalat ist ein kalt angemachter Salat aus Meeresalgen: einweichen, ausdrücken, schneiden, mit Dressing vermengen. Alles Weitere ist eine Frage der Sorte und der Säure.

Seetang und Alge meinen dabei dasselbe. Das Verbraucherportal Bayern schreibt: „Algen, auch Seetang genannt, wachsen als kleine Mikro- oder großblättrige Makroalgen im Süß- oder Salzwasser.” Auf der Verpackung ist der Sammelbegriff dagegen ein Warnsignal: Im Marktcheck der Verbraucherzentralen fehlten genaue Angaben zur Algenart oft, Sammelbegriffe wie Meeresalgen oder Seetang seien „wenig aufschlussreich”. Für die Küche ist das keine Wortklauberei, denn Einweichzeit, Geschmack und Jodgehalt hängen an der Sorte.

Am bekanntesten ist hierzulande Goma Wakame, der grüne Salat vom Sushi-Lieferdienst. Dafür haben wir ein eigenes Wakame-Salat-Rezept. Diese Seite zeigt, was sonst noch in die Schüssel passt.

VarianteAlgeEinweichenCharakter
Gemischter Algensalat (Grundrezept)Wakame und Dulse5 bis 10 Min. lauwarmZitronig und frisch, grün-rot in der Schale
Goma WakameWakame5 bis 10 Min. lauwarmSüß-nussig, der japanische Klassiker
Dulse-Salat mit TomatenDulseca. 5 Min.Nussig und kräftig, mediterran gedacht
Meeresspaghetti-SalatMeeresspaghetti15 bis 30 Min. (Anbieterangabe)Mild und bissfest, Zitrone und Olivenöl
Salat mit Meersalat (Ulva)Meersalatkurz, laut PackungsangabeWürzig, erinnert an Spinat und Sauerampfer

Grundrezept: gemischter Algensalat mit Wakame und Dulse

Zwei Sorten statt einer, das ist der ganze Trick am Grundrezept. Wakame liefert grüne Streifen und die meerige Note, Dulse rote Stücke und eine nussige Tiefe. Das Verbraucherportal Bayern beschreibt Wakame als „kräftig nach Meer“ mit „knackigem Biss“, Dulse dagegen als nussig. Das Dressing bleibt bewusst europäisch, mit Zitrone und Olivenöl statt Zucker und Reisessig, damit sich der Salat klar vom süßen Goma Wakame unterscheidet.

Für den Salat (2 Portionen)

  • 8 g getrocknete Wakame (Blätter oder grobe Flakes)
  • 5 g getrocknete Dulse-Blätter
  • 1/2 Salatgurke
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL gerösteter Sesam

Für das Dressing

  • 2 EL Zitronensaft (etwa 1/2 Zitrone)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Sojasauce
  • Salz und Pfeffer
  • Optional: 1 TL geröstetes Sesamöl anstelle eines Teils des Olivenöls

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Wakame und Dulse getrennt einweichen: Beide Algen in zwei Schüsseln geben und großzügig mit lauwarmem Wasser bedecken. Wakame 5 bis 10 Minuten quellen lassen, Dulse etwa 5 Minuten. Getrennte Schüsseln lohnen sich, weil die Dulse ihre rote Farbe ans Wasser abgibt und beide Algen unterschiedlich schnell weich werden.
  2. Abgießen und ausdrücken: Die Algen in ein Sieb gießen, kurz kalt abspülen und mit den Händen kräftig ausdrücken. Das Einweichwasser schüttest du weg. Je trockener die Alge in die Schüssel kommt, desto besser haftet später das Dressing.
  3. Algen zuschneiden: Wakame in etwa 1 bis 2 cm breite Streifen schneiden und harte Mittelrippen dabei herausschneiden. Die Dulse-Blätter in mundgerechte Stücke schneiden oder zupfen.
  4. Gemüse vorbereiten: Die halbe Gurke längs teilen, mit einem Teelöffel entkernen und in dünne Halbmonde schneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, das Grün mitverwenden.
  5. Dressing anrühren: Zitronensaft, Olivenöl und Sojasauce in einer kleinen Schale verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer die Sesamnote mag, ersetzt einen Teelöffel des Olivenöls durch geröstetes Sesamöl.
  6. Vermengen und ziehen lassen: Algen, Gurke und Frühlingszwiebeln mit dem Dressing mischen und 10 Minuten kalt ziehen lassen. Den gerösteten Sesam erst kurz vor dem Servieren unterheben, sonst weicht er auf.

13 Gramm Trockenware sehen in der Tüte nach nichts aus und füllen die Schüssel trotzdem: Der Anbieter Algamar rechnet für Dulse mit 5 bis 10 Gramm für zwei Personen und gibt an, dass sie beim Einweichen etwa das Fünffache ihres Volumens erreicht. Nimm beim ersten Mal lieber die Hälfte und leg nach.

Zwei Stellschrauben hat das Rezept. Das Verhältnis der Algen entscheidet über die Richtung: mehr Wakame macht den Salat grüner und meeriger, mehr Dulse dunkler und nussiger. Und die Säure: Zitronensaft schmeckt frischer als Reisessig, verliert aber nach einigen Stunden an Kraft, deshalb isst du den Salat besser am selben Tag. Eine belastbare Behördenangabe zur Haltbarkeit gibt es nicht; im Wakame-Salat-Rezept nennen wir 2 bis 3 Tage luftdicht im Kühlschrank.

Vier kleine Schalen mit getrockneter Wakame, Dulse, Meeresspaghetti und Meersalat nebeneinander

Vier weitere Varianten mit Mengen und Zeiten

Alle vier folgen demselben Ablauf: einweichen, ausdrücken, schneiden, anmachen. Es ändern sich Alge, Zeit und Begleiter.

Goma Wakame, der japanische Klassiker. Nur Wakame, dazu ein Dressing aus Reisessig, Sojasauce, geröstetem Sesamöl und etwas Süße. Deutlich runder und süßer als das Grundrezept. Mengen und der Vergleich mit gekauftem Goma Wakame stehen im Wakame-Salat-Rezept, hier deshalb nur der Verweis statt einer zweiten Anleitung.

Dulse-Salat mit Tomaten. Für zwei Portionen 5 bis 10 Gramm getrocknete Dulse etwa 5 Minuten einweichen, so gibt es der Anbieter Algamar an. Ausdrücken, grob schneiden, mit zwei reifen Tomaten, einer halben roten Zwiebel, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen. Die nussige Rotalge passt zur Säure der Tomate. Wer es knusprig mag, weicht sie nicht ein, sondern röstet die trockenen Flocken kurz in der Pfanne und streut sie über einen Blattsalat.

Meeresspaghetti-Salat, mediterran. Algamar nennt für seine Bänder ein konkretes Salatrezept: 10 Gramm für zwei Personen 15 Minuten in Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone einweichen, dann mit reichlich Olivenöl anmachen. An anderer Stelle nennt derselbe Anbieter für Rohkost und Salat rund 30 Minuten und rät, das Einweichwasser wegzuschütten; die längere Zeit macht die Bänder weicher. Wer sie richtig zart mag, kocht sie 25 bis 35 Minuten, wie im Meeresspaghetti-Porträt beschrieben. Wichtig bei dieser Sorte: Die Verbraucherzentralen fanden im Marktcheck ein Bio-Produkt, das als Pastaersatz beworben wurde, obwohl die empfohlene Höchstmenge bei 2 Gramm lag. Vergleiche die 10 Gramm also mit der Angabe auf deiner Packung.

Salat mit Meersalat (Ulva). Die Grünalge heißt auch Meerlattich, ist laut Verbraucherportal Bayern „würziger im Geschmack”; das Kochmagazin sevencooks beschreibt den Geschmack als würzig mit Erinnerung an Spinat und Sauerampfer und schreibt, die getrocknete Alge vervierfache beim Einweichen ihr Gewicht. Bei der Einweichzeit gehen die Anbieterangaben weit auseinander, von etwa einer Minute bis zu 15 Minuten, deshalb geht hier die Packungsangabe vor. Eine Mengenempfehlung des Herstellers haben wir nicht gefunden, wir rechnen wie bei Dulse mit 5 bis 10 Gramm für zwei Portionen: kurz einweichen, abtropfen, in Streifen schneiden, unter einen Gurken- oder Blattsalat heben, dazu Zitrone, Olivenöl und Sesam.

Serviert werden alle fünf Varianten kalt, als Vorspeise oder kleine Beilage. Die Wakame-Versionen passen zu Reis und Suppe, die europäischen mit Dulse, Meeresspaghetti und Meersalat eher zu Brot, Kartoffeln oder gebratenem Fisch. Rechne pro Person mit einer kleinen Schale, nicht mit einem Salatteller.

Worauf es beim Algensalat ankommt

Fünf Punkte entscheiden über das Ergebnis, drei davon passieren vor dem Dressing.

Einweichzeit einhalten. Blattalgen sind schnell weich und danach schnell schlaff. Für Wakame gelten in unseren Rezepten 5 bis 10 Minuten in lauwarmem Wasser, für Dulse nennt Algamar etwa 5 Minuten. Bleib am kürzeren Ende, wenn du Biss willst. Alle Zeiten im Vergleich stehen unter Algen einweichen.

Gründlich ausdrücken. Nasse Alge verdünnt das Dressing, und der Salat schmeckt lasch. Abtropfen lassen und mit den Händen kräftig ausdrücken.

Einweichwasser wegschütten. Das BfR hält fest, dass Einweichen, Blanchieren und Kochen den Jodgehalt deutlich senken, weil Jod überwiegend wasserlöslich ist, bei Braunalgen um bis zu 80 bis 90 Prozent. Wer das Wasser weiterverwendet, holt sich das Jod zurück ins Gericht. Mehr dazu unter Jod in Algen.

Erst am Schluss salzen. Die Alge bringt Salz mit, manche Sorten kommen sogar in Salz eingelegt in den Handel. Rühr das Dressing ohne Salz an, probiere nach der Ziehzeit und salze erst dann nach. Zu salzig? Ein Schluck Wasser, mehr Gurke oder ein Spritzer Zitrone helfen.

Menge nach Packung, nicht nach Appetit. Laut Verbraucherzentrale sollten langfristig nicht mehr als 200 Mikrogramm Jod pro Tag über Algen aufgenommen werden, und die Gehalte schwanken stark: Das BfR gibt für Wakame 50 bis 1.500 Milligramm Jod pro Kilogramm Trockenmasse an, für Dulse 50 bis 1.000, für Meeresspaghetti 50 bis 600. Die Verzehrempfehlung auf deiner Packung geht deshalb vor unseren Grammangaben.

Welche Algen kaufst du für einen Algensalat?

Getrocknete Algen, kein Spezialprodukt. Entscheidend ist die Form: Blätter und grob geschnittene Ware ergeben Streifen mit Biss, feine Flocken sind eher Würze als Salatzutat. Fertige Salatmischungen gibt es ebenfalls, etwa aus Wakame, Nori und Meersalat; sie nehmen dir die Entscheidung ab, verwischen aber die Sortenunterschiede, um die es hier gerade geht.

Beim Kauf lohnt der Blick auf die Kennzeichnung. Das BfR empfiehlt für verzehrfertige Algenprodukte eine Angabe des Jodgehalts samt Verzehrempfehlung und Warnhinweis. Im Marktcheck der Verbraucherzentralen hätten von 142 Artikeln 56 einen solchen Warnhinweis tragen müssen, vollständig gekennzeichnet waren davon nur 18. Ein Produkt, das Algenart und Jodgehalt nennt, ist deshalb die bessere Wahl als eines, auf dem nur „Seetang” steht.

Der Algenladen führt alle vier Salatalgen einzeln, dazu Probiersets (Bezugsquelle am Ende dieser Seite). Anbieter wie Algamar oder Topfruits haben Wakame, Dulse und Meeresspaghetti ebenfalls im Sortiment, wir verlinken dorthin aktuell nicht. Wenn du erst herausfinden willst, welche Sorte dir schmeckt, hilft Algen für Einsteiger.

Quellen

  • Wakame, Dulse, Meeresspaghetti und Meersalat beim Algenladen

    Alle vier Salatalgen aus diesem Artikel einzeln als Blätter oder Flocken, dazu Probiersets mit mehreren Sorten (Anbieterangabe).

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  • Meersalat-Flocken bei Algenliebe

    Ulva lactuca aus deutscher Aquakultur, fein geflockt. Braucht kein Einweichen und lässt sich direkt über den fertigen Salat streuen (Anbieterangabe).

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  • Wakame, Dulse und Meersalat beim Algen Markt

    Wakame-Blätter aus der Bretagne, Dulse-Flocken und Bio-Meersalat-Flocken aus Galicien (Anbieterangabe).

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Häufige Fragen

Woraus besteht ein Algensalat?

Aus eingeweichten Meeresalgen, einem sauren Dressing und meist etwas Frischem wie Gurke, Tomate oder Frühlingszwiebel. Welche Alge du nimmst, entscheidet über Farbe und Geschmack: Wakame ist grün und schmeckt laut Verbraucherportal Bayern kräftig nach Meer, Dulse ist rot und nussig, die Grünalge Ulva (Meersalat) würziger als Kopfsalat. Der Algensalat, den viele aus der Kühltheke oder vom Sushi-Lieferdienst kennen, ist Goma Wakame, also Wakame mit süßem Sesamdressing.

Ist Seetangsalat dasselbe wie Algensalat?

Im Sprachgebrauch ja. Das Verbraucherportal Bayern schreibt „Algen, auch Seetang genannt“ und zählt Nori, Dulse, Kombu, Wakame, Meeresspaghetti, Hijiki und Ulva zu den Makroalgen, die bei uns als Lebensmittel auf dem Markt sind. Auf der Verpackung ist der Sammelbegriff allerdings kein gutes Zeichen: Die Verbraucherzentralen halten Sammelbegriffe wie Meeresalgen oder Seetang für wenig aufschlussreich, weil die Algenart über den Jodgehalt entscheidet.

Welche Algen eignen sich für Salat?

Wakame, Dulse, Meersalat (Ulva) und Meeresspaghetti. Das Verbraucherportal Bayern beschreibt Wakame als kräftig nach Meer mit knackigem Biss, Dulse als nussig und die Grünalge Ulva als Alge, die gerne roh als Salat gegessen wird. Meeresspaghetti wachsen in langen Strängen und schmecken laut derselben Quelle nach Bohne. Kombu gehört dagegen eher in die Brühe als in die Schüssel.

Wie lange muss man Algen für einen Salat einweichen?

Je nach Sorte wenige Minuten. Für Dulse nennt der Anbieter Algamar etwa 5 Minuten in Wasser, für Wakame gelten in unseren Rezepten 5 bis 10 Minuten in lauwarmem Wasser. Meeresspaghetti brauchen als Rohkost deutlich länger, derselbe Anbieter nennt dafür etwa 30 Minuten. Das Einweichwasser schüttest du weg, weil laut BfR bereits beim Rehydrieren erhebliche Anteile des Jods hineinwandern.

Wie viel Algensalat kann ich essen?

Die Verzehrempfehlung auf deiner Packung geht immer vor, denn die Jodgehalte schwanken stark. Laut Verbraucherzentrale sollten langfristig nicht mehr als 200 Mikrogramm Jod pro Tag über Algen aufgenommen werden. Wie eng das werden kann, zeigt ein Beispiel aus dem Marktcheck der Verbraucherzentralen: Bei einem Bio-Meeresspaghetti-Produkt lag die empfohlene maximale Verzehrmenge bei 2 Gramm, obwohl es als Pastaersatz beworben wurde.

Lena Koopmann

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